Natürlich konnte es so nicht weitergehen: Fünf Spiele, fünf Siege und damit Tabellenführer – und das mit einem 8er-Kader! Verwundert, aber schon ein wenig zufrieden rieb man sich die Augen.

Ernüchterung zum zweiten Saisondrittel

Die Rückkehr auf den Hallenboden der Tatsachen folgte mit der Eröffnung des zweiten Saisondrittels: Inkonstanz auf allen Positionen, besonders in der Annahme, nahm den Füchtelern gegen stabil aufspielende Wildeshausender im Derby jedwede Möglichkeit, in Satz eins und vier um den Sieg zu spielen.

Auch Bremen 1860 fügte der DJK mit 3:0 eine herbe Niederlage zu. Sieben Leute ohne Wechselmöglichkeiten gaben zu wenige Alternativen, als die konstanten Hanseaten den Füchteler Angriff zu entschärfen wussten.

Sieben Tage, vier Spiele

Kurz vor Weihnachten bescherrte der NWVV-Terminplaner der Ersten ein besonderes Schmankerl: Zwei Heimspiele gegen die halbe Liga konnten die Vechtaer Bilanz zum Jahresende gehörig durcheinander wirbeln. Sinnvollerweise sicherte man sich die Unterstützung der sturmfesten Veteranen Jörn Middelbeck und Sebi Koch.

Füchtel startete wieder durchwachsen in den ersten der zwei Heimspieltag. Der erste Satz gegen Baden II ging schnell verloren. Doch angeleitet vom immer besser aufspielenden Zuspieler Max Ellmann bog man in Satz zwei und drei in Richtung Siegerstraße ein. Deren Ende erreichte man jedoch nie, denn es folgte das typische Füchteler Siegeskoma: Nach gelungener und erfolgreicher Show ließ man es erstmal langsam angehen – Satz vier ging somit flöten. Der Tiebreack musste entscheiden. Obwohl die DJK kurz davor stand, ihren Matchball zu verwandeln, erkämpften sich die Badener durch ungeahnte Abwehrleistung den Zusatzpunkt: Eine weitere, diesmal sehr unglückliche Niederlage.

Der bitterste und der einträglichste Spieltag

Es folgte die bislang tragischste Partie der Füchteler: Niklas Mucker – im ersten Match noch geschont – verwandelte gegen die VSG Ammerland II seine Punkte auf der Mitte sogleich mit Schlaggewalt. Doch kurz darauf ist Schluss. Ein gegnerischer Fuß untergräbt ihn und seine Leistung – Bänderiss! Damit nicht genug: Auch Spielertrainer Jochen Landwehr musste kurz darauf mit ausgekugeltem Finger das Feld räumen. Die Füchteler standen in komplett durcheinander gewürfelter Formation plötzlich abermals ohne Wechseloption dar. Doch in einem Drive aus Trotz gegenüber der unabänderlichen Dinge zwang die DJK die Ammerländer in eine hin- und herwogende Partie. Dennoch: Denkbar dramatisch musste Füchtel jeden Satz mit zwei Punkten abschenken. Das Spiel wurde zur bitteren Nullnummer.

Eine Woche später stand die Füchteler Formation also mit dem Rücken zur Wand, wollte sie nicht in die Abstiegsregionen abstürzen. Hollern-Twielenfleth und Delmenhorst rückten mit vollen Kadern an, Füchtel führte Sebi Koch als Steller und Max Ellmann als Libero ins Feld. Das erwies sich als geschickter Kniff: In wieder gewonnener Stabilität riss die DJK in fast jedem Satz die Feldkontrolle an sich und behielt alle sechs Punkte in der heimischen DJK-Halle. Es war ein gelungener Jahresabschluss.

Ein weiterer Abstecher ins Leistungstal

Der Start ins neue Jahrzehnt verlief dafür umso unzufrieden stellender. Im Rückspiel gegen Ammerland missglückte die Revanche völlig. Füchtel agierte wie in einer Replik des Wildeshausen-Matches und wirkte wohl auch dank des holprigen Trainingsstarts wie ein Septett aus frisch aus dem Winterschlaf erwachter Pandabären (gut, die machen so was nicht, aber wir sind nunmal schwarz-weiß). Die Punkte waren schnell futsch.

Füchtel beendet das turbulente zweite Saisondrittel auf einem vierten Platz, von dem in einer überaus ausgeglichenen Liga alles möglich scheint: Der Absturz in ungeliebte Abstiegsgefilde ist genauso denkbar wie die Eroberung des zweiten Tabellenplatzes. Die Gewissheit und Motivation, jeden Gegner bei regelmäßigem Training und guter, bissiger Einstellung schlagen zu können, sind jedoch vorhanden. Folglich will die Erste das Projekt „5 Spiele – 15 Punkte“ mit frischem Elan angehen. Der Winterschlaf ist vorbei – und das ist gut so!

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