“Are you kidding me? What the hell is going on here?”.
So oder so ähnlich hätte es sich anhören können, wenn Sportkommentatoren das erste Spiel der DJK II bei der Heimspielprimäre kommentiert hätten. Was teilweise zwischen der DJK II und dem Elsflether TB abspielte, ist schwierig in Worten zusammen zu fassen. Was es genau damit auf sich hat, wird nach einer kurzen Darlegung der Spieltagsituation erläutert.
Nach über 23 Monaten war es für die DJK II endlich wieder soweit einen Heimspieltag ausrichten zu dürfen. Durch die verschärften Pandemieregelungen fand dieser Spieltag als eine 2G+ Veranstaltung ohne Zuschauer statt. DJK II, welche den Saisonauftakt gegen den Oldenburger TB V in knappen Sätzen 1:3 verloren hatte, trat ebenfalls wieder mit 7 Spielern an. Um den Belastungen des Heimspieltages einigermaßen reduzieren zu können, konnte mit Julian Graf Verstärkung aus der dritten Herren geholt werden.
Gegner im Spiel 1 war der Elsflether TB, der seine ersten zwei Spiele in dieser Saison gewinnen konnte. Zu Beginn des ersten Satzes hatte die DJK II Startschwierigkeiten, diese aber schnell in den Griff bekommen wurden, wodurch eine ansehnliche Führung, mit z. T. gut anschaubaren Spielzügen (bspw. einen Rückwärtspritscher von Henning Koch über Mitte mit anschließender Punkteverwandlung von Henri Büssing), von 19:11 zustande kam. Was sich wie ein entspannter erster Satz anhört, fiel in der Realität allerdings anders aus. Die Dominanz verfiel in Verunsicherung, was sich beinahe zur Katastrophe entwickelte, die schlussendlich mit dem Satzball zum 25:23 erfolgreich abgewehrt werden konnte.
Im zweiten Satz verlief es weniger glücklich für die DJK II. Nachdem es lange Zeit ausgeglichen war, erspielte sich Elsfleth eine 15:20 Führung. Trotz einer Aufholjagd, die den Punkterückstand auf 20:21 verkürzte, holte sich Elsfleth den Satz mit 21:25. Auch im dritten Satz verbesserte sich die Situation nicht wirklich. Nach langer Ausgeglichenheit konnte Elsfleth mit einer kleinen Serie eine 16:20 Führung ausbauen. Auch hier konnte die DJK II den Rückstand auf 20:20 aufholen, um doch kurze Zeit später wieder mit 21:24 zurückzuliegen. Mit der gesammelten Erfahrung aus Positiv- und Negativserienphasen, welche im Spiel genügend vorkamen, wollte die Mannschaft den drohenden Satzrückstand nicht endgültig akzeptieren und glaubte an die nächste Positivphase, diese dann auch eintraf und schlussendlich zum 28:26 Satzgewinn führte.
Doch wer schon bereits an das „Happy End“ glaubte, musste bald eines Besseren belehrt werden. Der Elsflether TB war nicht die Sorte von Mannschaft, die trotz des unglücklichen Satzverlustes, die Köpfe hängen ließ und das Spiel abschenkte. Es sollte anders kommen. Ein versäumter Start führte wieder dazu, dass die DJK II einen Satzrückstand hinterherlief. Zwar konnte ebenfalls wieder mentale Stärke gezeigt werden, was dem Satzende bei 22:22 wieder spannend machte, doch nach 22:25 stand fest, dass ein Tiebreak die Entscheidung herbringen musste.
Abermals ging die Anfangsphase an den Gegner. Der vier Punkterückstand beim Seitenwechsel von 4:8, blieb auch bei der zweiten Auszeit beim Stande von 9:13 bestehen, der sich danach auf 9:14 erweiterte. Nach fast zwei Stunden Spielzeit schien der Sieger daher festzustehen. Wenn man auf die Geschichte zurückblickt, gelang es in den letzten 10 Jahren nur eine DJK Mannschaft in der KST Halle die Aufholung eines solchen Rückstandes im Tiebreak. Dies geschah in der Saison 2012/13, in der die damalige zweite Herren in der Bezirksliga gegen VfL Lintorf IV einen 8:14 Punkterückstand noch zu einem 16:14 Sieg umwandelte. Was der historische Rückbezug erahnen lässt, ist die Tatsache, dass es erneut zu solch einer Sensation kam. Was der Anstoß dafür war, lässt sich nur schwer vermuten. Ob es einer der seltenen Hinterfeldangriffe des Gegners zum 11:14 mit anschließender Auszeit, der Doppelblock zum 12:14 oder die Aufschlagserie von Benjamin Schmelz war, wird ungeklärt bleiben. Vermutlich eine Mischung aus allen. Was sicher dazu beigetragen hat, war der Wille der Mannschaft aus einem erneuten Rückstand nicht aufgeben zu wollen und weiter nach dem Sieg zu verlangen und schließlich darauf zu beharren, als das unmögliche wieder möglich erschien. Der Matchball zum 16:14 vollendete schließlich die benötigte 7-Punkteserie und führte somit zum ersten Sieg der Mannschaft in der Bezirksklasse. Was für ein Spielkrimi und Respekt für diese Leistung!
Beim zweiten Spiel gegen den Wardenburger TV wartete ein alter Bekannter auf die DJK II. Erfahrungen machte die Mannschat mit dem WTV bereits in den letzten zwei Kreisligasaisons, wobei der WTV immer als Sieger vom Platz ging. Obwohl der WTV vom technisch und taktischen Gesichtspunkt eher dem Durchschnitt zuzuordnen ist, zeigt die Mannschaft eine enorme Bereitschaft jeden erdenklichen Ball kriegen zu wollen, womit die DJK des Öfteren in Schwierigkeit gebracht werden sollte. Im zweiten Spiel durfte nun Julian Graf mit gerade einmal 15 Jahren auf der Diagonalposition sein Debut in der Bezirksklasse feiern, wodurch sich Leon Koop und Benjamin Schmelz die zweite Außenannahmeposition neben Benedikt Niemann teilten.
Den ersten und zweiten Satz lässt sich soweit einfach zusammenfassen, indem sowohl einmal die DJK als auch der WTV den besseren Start und Verlauf des jeweiligen Satzes gelang. Im dritten Satz blieb es bis zum 18:18 sehr ausgeglichen, bis Jonas Sommer mit einer 7-Punkteaufschlagserie den nächsten Satzerfolg für die DJK holte. Trotz der guten Ausgangsposition war es der Mannschaft anzusehen, dass sie z.T. sehr erschöpft war, wodurch eine Konstanz eines ordentlichen Volleyballspiels im gesamten Spielverlauf schwer erkennbar war, weswegen der Gegner auch immer wieder den Anschluss halten konnte. Besonders im vierten Satz kam es zu Ballwechseln, die oft länger als 30 Sekunden dauerten. Die endgültige Entscheidung fiel schlussendlich beim 24:23 durch einen erfolgreichen Angriff von Benedikt Niemann durch das Anschlagen des gegnerischen Blocks, der es den WTV nicht mehr ermöglichte, den Ball zu retten.
Mit den zwei Siegen belegt die DJK II zurzeit den dritten Platz in der Bezirksklasse. Als Neuling bleibt allerdings erstmal zu betonen, dass die gewonnenen 5 Punkte als 5 Punkte gegen den Abstieg zu werten sind. Lange Zeit zum Ausruhen wird der Mannschaft nicht viel bleiben. Bereits am kommenden Samstag wartet mit Emder Volleys II der nächste Gegner.
Ergebnisse:
Spiel 1: DJK Füchtel Vechta II vs. Elsflether TB – 3:2 (25:23, 21:25, 28:26, 22:25, 16:14)
Spiel 2: DJK Füchtel Vechta II vs. Wardenburger TV – 3:1 (25:21, 19:25, 25:18, 25:23)
Teilnehmende Spieler: Jan Göllner (L), Benjamin Schmelz (AA), Jonas Sommer (MB), Leon Koop (D/AA), Benedikt Niemann (AA), Henning Koch (S), Henri Büssing (MB), Julian Graf (D)
Trainer: Marius Landwehr
