Die Erste lässt zum Saisonauftakt nichts anbrennen und hat in kritischen Situationen den richtigen Riecher. Sie ist dabei ungeahnt effizient.

Das hätte der Neu-Allrounder Max Ellmann so nicht erwartet: Nach vier Spielen und Dauereinsatz als Key-Player steht er mit mehr Punkten da als sein heißgeliebter BVB zum gleichen Zeitpunkt. Noch dazu ohne Niederlage. Ja, selbst der Identität der mysteriösen Liberolegende G. Middelkamp hat sich der Wilhelmshavener Student in örtlichen VEC-Medien angeeignet.

Ruckzuck und mit Vollstoff war Max nach dem Match gegen die NWVV-Auswahl gen Bildschirm gedüst, nur um das durchwachsene 2:2 von Lüdenschscheid-Nord ertragen zu müssen. Als Steller kann man eben nicht alles regeln. Dank Max‘ facettenreichen Zuspiels gab es zuvor jedoch ein solides 3:0 – ohne Stellfehler(!). Ja gut, da war ja noch das Ding von Niklas…

Kaderstimmung

Ein deutscher Auswahlspieler (15 Jahre, 191cm, sprung- und schlaggewaltig und eigentlich Steller) und 13 weitere, technisch versierte Jungs erwarteten als NWVV-Auswahl in Bad Zwischenahn die Füchteler. Die Truppe war voll motiviert und höher tempariert als das wohlbekannte Flüssigfett, in dem gemeinhin Erdäpfel vergoldet werden. Im Vorduell bekamen das die anderen Gäste aus Tecklenburg zu spüren. Nur um Haaresbreite schrammte TeBu an der Niederlage vorbei. Nein, auf die leichte Schulter konnte man den NWVV-Kader nicht nehmen.

Füchtel musste sich vor allem druckvoller Floater erwehren – noch dazu geschlagen mit dem neuen Mikasa-Spielball. Gerüchte besagen, dieser sei härter und kleiner und irgendwie anders, aber so recht schien es niemand zu wissen. Jedenfalls ist er weniger blau (die Preußen Berlin haben sich da ein Bild gemacht).

Spätestens gegen Ende eines jeden Satzes nahm Füchtel mit einigen kaltschnäuzigen Blocks (Niklas!) und einem geschlossenen, stimmungsvollen Auftreten der gegnerischen NWVV-Auswahl den Wind aus den Segeln. Geführt von Spielertrainer Jochen Landwehr, der in den Pausen immer die richtigen Worte fand, lieferten die acht Mann aus Füchtel eine insgesamt runde Leistung ab, sodass sie sich das 3:0 verdienten.

Altes Land, neue Punkte

Wochenends zuvor gastierte man in Stade, wo mit Hollern-Twielenfleth gefühlte hundert und tatsächliche vierzehn Mann auf die sechs angereisten Füchteler warteten. In komplett ungewohnter Konstellation fing sich die DJK gleich im ersten Satz einen zweistelligen Rückstand ein, den sie mit Kämpfermanier und guter Stimmung umdrehte.

Die Unsicherheiten ließen sich in der Folge jedoch nicht ganz bereinigen. Zu einem echten Füchteler-Spiel gehört aber auch der gewisse Schuss (unnötiges) Drama. Kenner schätzen das. Im Alten Land reifte das Drama besonders gut zum Tiebreak heran. Dort angekommen sorgte Füchtel während einer Aufgabenserie vom wahrhaftigen G. Middelkamp für den notwendigen Abstand, der zum Sieg führte. So wandelte sich die längste Auswärtsfahrt der Saison zum Erfolg und der obligatorische Kasten über die Rückfahrt in 24 leere Glasbehälter.

Auf Saisonzielkurs

Die andere Hälfte der Punkte heimste die Erste mit der besten Saisonleistung zum Saisonauftakt ein. Vor beschaulicher (very cozy) Kulisse erwischte man im Kolleg einen Start nach Maß. Seinen Anteil hatte auch Vereins-Veteran Jörn Middelbeck, der bei Personalnotstand seine Unterstützung zugesagt hatte. Der war mit sechs Spielern zum Heimspiel auch sofort erreicht, sodass er auf glorreiche Sieben aufstockte.

Die machten ihrem Namen Ehre und zwangen Bersenbrück ein 3:0 auf. Besonders nervenstark erwies man sich in Satz zwei, als ein 21:24 gedreht wurde. Das folgende Spiel gegen Tecklenburg ließ die Ressourcenarmut Füchtels zu Tage treten. Zwar verliefen die ersten Durchgänge parallel zu Spiel eins, doch mangels des Quäntchens an Punch holte sich TeBu den zweiten Satz. Füchtel läutete daraufhin wieder die Drama-Time ein, manövrierte sich zielsicher in den Tiebreak und besann sich rechtzeitig, dass  gewinnen doch schöner ist. Ein bisschen stonecold beendete die DJK das 115-Minuten-Match.

Nach vier Spielen mit im Schnitt sieben Spielern pro Spiel stehen die Füchteler bei maximal effizienten 10 Punkten. Da kann man schon eine gewisse Kaltschnäuzigkeit attestierten. Sicher ist aber auch, dass die Erste heiß wie Frittenfett auf das nächste Match gegen Delmenhorst ist. Auch gilt es, das Saisonziel zu erreichen: Man möchte möglichst viel Platz zwischen sich und die Abstiegsränge bringen. Zurzeit ist man Tabellenführer.

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